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Ref. in der Region um die Kvarner-Bucht und in Dalmatien PDF Drucken E-Mail
Reformation in den Regionen
Die größten Verdienste um die Verbreitung der reformatorischen Ideen in der Region um die Kvarner-Bucht  und in Dalmatien erwarb sich der  Hauptmann Franziskus Barbo aus Rijeka, dessen Kastell in Kožljak (Wachsenstein) zu einem wichtigen Reformationszentrum in Istrien  wurde.  Ihm ist es zu verdanken, dass  in Rijeka, in der Region um die Kvarner-Bucht und in Dalmatien viele Bücher und Propaganda-Flugblätter  unter  das Volk verteilt wurden.  Seinen Besuch des Kastells im Jahre 1551 beschrieb Pietro Manelfi mit folgenden Worten:  “In Kožljak gibt es viele Lutheraner,  mit denen ich Gespräche führte, aber am meisten unterhielt ich mich mit Herrn Franziskus, seinem Bruder und seiner Mutter. In seinem Haus gibt es viele lutherische und häretische Bücher, viele Werke  von Vergerius und mehrere Bücher von Fra Baldo, einem Lutheraner, der als Häretiker in Venedig eingekerkert ist.”[1]  Barbo setzte sich wahrscheinlich für protestantische Prediger in der Stadt Kastav ein,  die er  bis 1582 verwaltete.

Auf der Insel Cres tat sich der Franziskanerprovinzial Baldo Lupetino (1502 – 1556) mit seinen Predigten  hervor. Man beschuldigte ihn der Ketzerei, da er  bei seinen Predigten die protestantische Lehre  vortrug.  1542 wurde er festgenommen  und  nach langer Haft  zum Tode verurteilt. Aus dem Brief des Dogen Pietro Lando[2]  an den venezianischen Providur der Insel Krk Aloisius Pisano erfahren wir, dass die meisten Bewohner von  Krk «der Luther-Sekte folgen».
Eine wichtige Rolle bei der Ausbreitung der Reformation in Dalmatien spielten  Kaufleute aus Rijeka, die mit ihren Waren in den Städten Šibenik, Trogir und Dubrovnik handelten und dabei protestantische Flugblätter verteilten. Eine  der bedeutendsten Persönlichkeiten der Reformation in Dalmatien war der auf der kroatischen Insel Rab(Arbe) geborene  Marc'Antonio de Dominis (1560 – 1624), Erzbischof von Split und Verfasser von mehreren geschichtlich-theologischen Werken mit einem reformatorischen Beiklang. Wegen seiner  antirömischen Einstellungen kam er in Inquisitionshaft, wo er schwer erkrankte und starb.  Er wurde postum  verurteilt und auf dem Platz  Campo dei Fiori in Rom verbrannt.

[1] Zitat  in Antonio Miculian, Protestantizam u Istri.../Protestantismus in Istrien  (XVI. I XVII. Jahrhundert) im Lichte der neuesten archivistischen Forschungen/ (Pula: ZN Žakan Juri, 2006), 245, 268-9.

[2] Von 1538 bis  1545  war  er venezianischer Doge.

Dalmazia 1560