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Reformation in Kroatien
Einleitung PDF Drucken E-Mail
Einleitung

Dem raschen Ausbreiten der reformatorischen Ideen im Laufe des 16. Jhs. konnte Kroatien nicht ausweichen. Die reformatorischen Gedanken drangen in die kroatischen Gebiete aus den benachbarten Territorien, dh. aus Ungarn, Venedig, Krain und Kärnten, ein. Eine besondere Rolle spielten dabei deutsche Adlige, Beamten und Soldaten, die die neuen Ideen auf einfachem Niveau verbreiteten. Kroatien war im 16. Jh. in einer schweren Situation – alle Kräfte waren nämlich auf die Verteidigung des Landes gerichtet, da alle östlichen Grenzgebiete Kroatiens schon von den Türken besetzt waren. So ergriff die Reformation am meisten die nördlichen und nordwestlichen Grenzgebiete, dh. einen Teil Slawoniens, das Gebiet zwischen Mur und Drau, Zagorien, Istrien und kroatisches Küstenland. Trotz einer großen Anzahl hervorragender protestantischer Gelehrter, die diesen Gebieten entstammten, gelang es dem Protestantismus nicht, im kroatischen Volk tiefere Spuren zu hinterlassen.

Reformation in den Regionen

Wichtige protestantische Reformatoren in der Region

Franciscus Patricius (Frane Petrić)

Verlauf der Reformation und Gegenreformation

 
Istrien PDF Drucken E-Mail
Reformation in den Regionen

Die Reformationsbewegung ergriff  auch  Istrien.  Im 16. Jh. war  Istrien zwischen der Republik Venedig und Österreich geteilt.  Infolge der politischen Lage und  der territorialen Teilung Istriens,  verbreitete sich die Reformation aus drei Richtungen: aus Venedig, das für eine kurze  Zeit den reformatorischen Ideen zugeneigt war,  aus Triest,  wo  deutsche Kaufleute sehr aktiv waren,  und aus Kärnten. Die Ausbreitung der Reformation im venezianischen Teil Istriens wurde von zwei Bischöfen  (Bischof von Pula  G. B. Vergerius und  Bischof von Koper Peter Paul Vergerius) unterstützt, welche  die  Veränderungen der Kirche offen befürworteten.  Im österreichischen Teil Istriens breitete sich die Reformation   mit stillschweigender Unterstützung des fűr die Stadt Pazin  zuständigen  Bischops Pietro Bonomo aus, und die Stadt selbst wurde zum Zentrum und Ausgangsort der Reformation in Istrien. Obwohl die Reformation die gesellschaftliche und politische  Geschichte Istriens im 16. Jh. geprägt und  mehrere bedeutende Gelehrte  herausgebracht hatte, fand sie hier trotzdem  keinen großen Anklang.

Istra

 
Ref. in der Region um die Kvarner-Bucht und in Dalmatien PDF Drucken E-Mail
Reformation in den Regionen
Die größten Verdienste um die Verbreitung der reformatorischen Ideen in der Region um die Kvarner-Bucht  und in Dalmatien erwarb sich der  Hauptmann Franziskus Barbo aus Rijeka, dessen Kastell in Kožljak (Wachsenstein) zu einem wichtigen Reformationszentrum in Istrien  wurde.  Ihm ist es zu verdanken, dass  in Rijeka, in der Region um die Kvarner-Bucht und in Dalmatien viele Bücher und Propaganda-Flugblätter  unter  das Volk verteilt wurden.  Seinen Besuch des Kastells im Jahre 1551 beschrieb Pietro Manelfi mit folgenden Worten:  “In Kožljak gibt es viele Lutheraner,  mit denen ich Gespräche führte, aber am meisten unterhielt ich mich mit Herrn Franziskus, seinem Bruder und seiner Mutter. In seinem Haus gibt es viele lutherische und häretische Bücher, viele Werke  von Vergerius und mehrere Bücher von Fra Baldo, einem Lutheraner, der als Häretiker in Venedig eingekerkert ist.”[1]  Barbo setzte sich wahrscheinlich für protestantische Prediger in der Stadt Kastav ein,  die er  bis 1582 verwaltete.
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Slawonien PDF Drucken E-Mail
Reformation in den Regionen
Außer in Istrien und Dalmatien breitete sich der Protestantismus auch in Slawonien aus. Die reformatorischen Ideen  drangen  in Slawonien vor allem aus dem  Gebiet zwischen Mur und Drau  und aus Ungarn ein. Obwohl  ein Teil Slawoniens von den Türken  besetzt   war,  fielen die Ideen der Reformation bei den Bauern auf fruchtbaren Boden. Es liegt daran, dass die  Anhänger der protestantischen Bewegung  dem Papst nicht untertänig waren,  und deswegen  waren die Osmanischen  Behörden  ihnen zugeneigt,  nach der Maxime vorgehend  "Der Feind meines Feindes ist mein Freund". 
Einer der  verdientesten  protestantischen Prediger in Slawonien war der bekehrte  Franziskaner Mihály Sztárai, dem es gelang, im Zeitraum von 1544 bis 1551 insgesamt 120  Kirchengemeinden  zu reformieren  (dh. er gewann eine  große Anzahl von Pfarrern   und  Gemeindemitgliedern  für den neuen Glauben).
Auch in den unbesetzten Teilen Slawoniens fanden die  reformatorischen Gedanken  großen Zuspruch. Die entscheidende Rolle spielte dabei Ivan Zapolja, Gegner des ungarisch-kroatischen Königs Ferdinand I.,  den ein Teil des slawonischen Adels sympatisierte.  Die Reformation blieb in Slawonien fast 150 Jahre lang  erhalten,  aber nach der Vertreibung der Türken wurde sie  durch die  Gegenaktion des Kroatischen Landtags und der  Zagreber Bischöfe  fast völlig ausgerottet.
 
Primož Trubar (Primus Truber), Slowenischer Luther PDF Drucken E-Mail
Wichtige protestantische Reformatoren in der Region
Primoz TrubarDie Leistungen des protestantischen Reformators und  Schriftstellers Primus  Truber (1508–1586) sind von ausschlaggebender  Bedeutung  für die slowenische Kultur. Er war Autor der ersten Bücher in slowenischer Sprache (Abecedarium und Catechismus, 1550) und der erste Übersetzer der Bibel in die slowenische Sprache (Psalmen, 1566; das ganze Neue Testament 1582). Truber  wird heute als Begründer der slowenischen Literatur und  der modernen slowenischen Schriftsprache geehrt, da er das erste theologische und  juristische Wörterbuch  verfasst hat.
Truber spielte eine große Rolle bei der Gründung der slawischen protestantischen Druckerei in Urach, wo auch einige seiner Werke gedruckt wurden. Im Zeitraum von 1550 bis 1586  schrieb er oder übersetzte etwa 30 Bücher. Er ließ auch das erste slowenische Gesangbuch  drucken.
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Antun Dalmatin (Anton Dalmata) PDF Drucken E-Mail
Wichtige protestantische Reformatoren in der Region

(erste Hälfte des  16. Jh. – Ljubljana, 1579)

dalmatinMan nimmt an, dass  er in  Norddalmatien oder im Kroatischen Küstenland  (Senj)geboren wurde.  Er war protestantischer Schriftsteller, Übersetzer und Herausgeber.  Als glagolitischer Priester war er im Mittelistrien tätig, woraus er als Anhänger der Reformation vertrieben wurde. Danach ging er nach Laibach, wo seine Zusammenarbeit mit bekannten kroatischen Protestanten begann (Juraj Juričić, Grgur Vlahović, Matija Živčić und Stephan Consul aus Istrien). Bald danach wurde er Mitarbeiter von Stephan Consul, von  dem  er mit der Übersetzung und Bearbeitung protestantischer glagolitischer, kyrillischer und lateinischen Ausgaben  der Bibel und anderer kirchlichen Bücher  beauftragt wurde.  Von  1561 bis 1566 war er im Dienst des Freiherrn Johann Ungnad III.  in der slawischen protestantischen Druckerei in Urach. In der Druckerei  arbeitete er an der Übersetzung des Neuen Testaments ins Kroatische  (gedruckt 1563). Es sind insgesamt 32 Ausgaben bekannt, an denen er arbeitete. Er übersetzte aus der slowenischen, deutschen, lateinischen und italienischen Sprache und war Schriftleiter und Korrektor von kirchlichen Büchern, die in glagolitischen, kyrillischen (bosnischen) und lateinischen Lettern gedruckt wurden,  und die der Verbreitung der reformatorischen Ideen in  den  kroatischen Gebieten dienten. Er übersetzte das Württembergische Bekenntnis von Brenz.

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Pavao Skalić (Paulus Skalic; Paul Scaligeri; Paulus Scalichi PDF Drucken E-Mail
Wichtige protestantische Reformatoren in der Region

(Zagreb, 1534  – Danzig [Gdańsk], 1575 [7])

pavao skalicEr war  als Sohn eines armen Zagreber Schulmeisters geboren.  Nach dem Abschluss des Studiums und  nach dem Erwerb  des Doktorgrades der  Philosophie in Wien und der Theologie in Bologna kam er, angeblich mit falsifizierten Dokumenten und mit falschen Titeln eines Markgrafen, Grafen und Barons versehen,  an verschiedene europäische kaiserliche Höfe. Wegen dieser Betrügereien  wurde er aus mehreren europäischen Ländern und von ihren Höfen vertrieben. 
Einige Zeit  arbeitete er als Hofkaplan des Kaisers Ferdinand in Wien, aber sein Betrug wurde bald entdeckt,  so dass er nach Tübingen fliehen musste. Dort trat er zum Protestantismus über und lehrte als Schützling  des Herzogs Christoph von Wűrttemberg und Hans Ungnads an der Tübinger Universität. Später lebte und arbeitete er als Theologieprofessor in Königsberg, wo er zum  Rat des Herzogs Albrecht von Preußen (1490-1568) wurde. Wegen seiner Betrügereien war er wieder einmal gezwungen, die Stadt zu verlassen. Er versteckte sich in Paris, wo er versuchte, sich mit der römischen Kirche auszusöhnen. Danach begab er sich nach Münster. Als  ihm  jedoch die Rückkehr nach Preußen erlaubt wurde, starb er auf dem Weg dorthin.
Er schrieb zahlreiche Abhandlungen  über Theologie, Philosophie, Historiographie und Okkultismus in lateinischer Sprache, wobei er oft plagierte. Er gab 25 theologische Bücher heraus und arbeitete auch an der Beschaffung des Materials für «Magdeburger Centurien».  Er  polemisierte  gegen  Primus Truber.

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